Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Könnte einer der Hundstage ſich binnen einer Secunde in einen ſtrengen Wintertag verwandeln, ſo würde er kaum ſo kalt zu ſeyn ſcheinen als Laura's Geſicht, auf welchem noch wenige Augenblicke zuvor Muthwillen und Laune ihr Spiel getrieben hatten.

Eduard war es zu Muthe, als ob eine Zugbrücke von Eis plötzlich zwiſchen ihnen niederfiele.

Laura verneigte ſich und ſchwebte fort. Er verneigte ſich und blieb wie angewurzelt ſtehen.

Es war ihm ſo einſam und bitter zu Muthe, daß ergu cinthen rufen mußte, um ſich auf ſie ſtützen und ſie ausſchelten zu können.

Er knüpfte ſein Taſchentuch an einen Aſt des Baumes und Jacintha kam ſofort neugierig herbei.

Ich wollte darauf wetten, daß Sie das Wiſchtuch zu Hauſe gelaſſen haben. Nun was gibt es?«

Einen ſchönen Irrthum habt Ihr begangen, Jacintha. Es war ja Fräulein Joſephine, die ich bei Dard trafl«

Und das nennen Sie einen Irrthum, Undankbarer?

Ja wohl! Es iſt ja nicht Joſephine, die ich liebe.*

Freilich iſt ſie es,« entgegnete Jacintha.

Nein, nein!*

Dann hat ſich alſo ſeit geſtern der Wind geändert?

Nein doch! Wie könnt Ihr nur ſo albern ſehn, nicht zu ſehen, daß es Fräulein Laura iſt.«

Fräulein Laura! dieſes Kind?

Sie iſt kein Kind, ſie iſt ganz das Gegentheil. Nennt ſie kein Kind ſie kann es nicht leiden ſie wird da⸗ durch erzürnt.

Sie haben mich getäuſcht,« ſagte Jacintha ſtreng.

Nimmermehr.*