Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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188

ſches, wiſſen Sie ein Gelehrter. Der Doctor Saint⸗Aubin iſt es nemlich, den Sie erobert haben. Was glauben Sie wohl, was er ſagt?«

Das kann ich mir unmöglich denken.*

Er ſagt, Sie ſeyen ein ſchöner junger Mann, fuhr ſie in ironiſchem Tone fort.Er ſagt, Sie beſäßen Anmuth und Gewandtheit und allerdings war Ihr Sprung über den Zaun gar kein ſchlechter. Aber, Herr Rivibre, er ſagt auch, Sie ſehen beſcheiden!! Denken Sie ſich nur!

»Sagte er dies alles in Ihrer Gegenwart?s

Ja.*

Dann möge der Himmel ihn dafür belohnen!

Sie ſind eben ſo wie ich der Anſicht, daß es ſonderbar von ihm war, dieſe Meinung in meiner Gegenwart auszu⸗ ſprechen, aber Sie müſſen wiſſen, daß es dieſen Gelehrten auf den heftigſten Widerſpruch weiter nicht ankommt.«

Sie erzeigten mir alſo die Ehre, ihm zu wider⸗ ſprechen?*

Das verſteht ſich.«

Ich danke Ihnen, mein Fräulein.

So iſt's recht. Nein, mein Herr, unläugbares Ver⸗ dienſt zu ſchmälern, war nicht meine Abſicht, da ich aber nicht mehr ſo ganz Kind bin, wie manche Leute glauben, ſo widerſprach ich ihMm um um ihn in dieſer guten Mei⸗ nung zu befeſtigen und es gelang mir. Der Beweis davon iſt, daß der Doctor Ihre Bekanntſchaft zu machen wünſcht, mein Herr, und nun komme ich auf die Gefälligkeit, welche ich von Ihnen erbitten möchte.«

Ach ja die Gefälligkeit.

Haben Sie die Güte Herrn Doctor Saint⸗Aubin die Ehre Ihrer Bekanntſchaft zu gönnen,« ſagte Laura, indem ſie

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