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„Ja, laſſen Sie uns ſcheiden denn hier iſt Dard's Haus und ich beginne zu argwohnen, daß Joſephine Sie gar nicht nach mir geſchickt hat.«
„Ich geſtehe es.«
„Da— er geſteht es! Ich dachte mir es gleich! Ich bin alſo belogen worden!«
„Ich will es nicht wieder thun,« ſagte Rivière de⸗ müthig.
„Wir werden ſehen.«
„Leben Sie wohl, mein Fräulein. Mögen Sie Freunde finden, die eben ſo aufrichtig ſind als ich und mehr nach Ih⸗ rem Geſchmack.*
„Der Himmel erhöre Ihr Gebet,« entgegnete die Bos⸗ hafte, indem ſie mit erheuchelt tragiſchem Ausdruck die Augen gegen Himmel richtete.
Eduard ſeufzte. Die eiſige Ueberzeugung, daß ſie nicht blos flatterhaft, ſondern auch herzlos ſey, bemächtigte ſich ſeiner. Er wendete ſich ab, ohne weiter ein Wort zu ſprechen.
Plötzlich rief ſie ihn in heiterem Tone zurück.
„Warten Sie einmal, mein Herr! Ich vergaß ganz, daß ich Ihnen etwas zu ſagen habe.«
Höchſt neugierig kam er zurück.
„Und auch um eine Gefälligkeit habe ich zu bitten.“
„Reden Sie, mein Fräulein.«
„Sie haben eine Eroberung gemacht.*
„Das kann ich unmöglich glauben, mein Fräulein.“
„O, eine Dame iſt es nicht!« entgegnete ſie boshaft.
„Dann iſt es allerdings möglich,« entgegnete Eduard ſchmerzlich getäuſcht.
„Sondern etwas viel Beſſeres— etwas weniger Irdi⸗


