Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Ach ſchweigt doch!« rief Dard inziemlich grobem Tone. Wenn ich mich nicht beklage, was geht es dann Euch an? Ich hatte die Axt in den Händen und war blos ungeſchickt man muß vor allen Dingen gerecht ſeyn.«

Der Staatsmann ſaß beim Frühſtück, gebratene Nie⸗ ren mit ein wenig zerlaſſener Butter und Peterſilie und trank ein Glas mit Waſſer verdünntem alten Medoc ein beſchei⸗ denes Mahl, wie es ſeinem Alter und ſeinem Gemüthszuſtande zukam. Auf ſeinem Schreibtiſch lagen eine Menge Tabellen. Er warf über ſein Glas hinweg einen Blick darauf.

Ach,« dachte er,den heutigen Tag muß ich ausſchließ⸗ lich dem Dienſte widmen. Selbſt Du darfſt mich nicht von dieſen mrockenen Berechnungen abhalten, geliebtes Schloß Beaurepaire. Ha! wo iſt mein Fernrohr ja, ich habe mich nicht getäuſcht.*

Die weiße Fahne wehte von den Zinnen und der pflicht⸗ vergeſſene Staatsbeamte verließ eiligſt ſein Zimmer.

Als er ſich auf der Hälfte des Weges nach Beaurepaire befand, beſann er ſich zu ſeinem Schrecken, daß er das un⸗ glückliche Wiſchtuch vergeſſen hatte. Indeſſen umkehren wollte er nicht und vertraute auf Jaeintha's Scharfſinn. Dieſer täuſchte ihn auch nicht. Sie erwartete ihn bereits.

Sie iſt ganz allein nach Dard's Wohnung gegan⸗ gen. Die Andere wird ihr bald nachfolgen, alſo raſch vor⸗ wärts!«

Er flog mehr als er ging. Mit klopfendem Herzen pochte er an Dard's Thür. Zu jeder andern Zeit wäre er ſo⸗