Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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gleich hineingegangen ohne erſt auf eine Aufforderung dazu zu warten.

Herein!« rief Dard's Stentorſtimme. Er trat ein und auf einem Stuhle mit einem Buche in der Hand ſaß Fräulein Joſephine von Beaurepaire.

Sie erhob ſich lächelnd, verneigte ſich und ſetzte ſich wie⸗ der. Sie war eben ſo ruhig und gefaßt, als er verblüfft und verlegen. Dennoch ſammelte er ſich ein wenig und erkundigte ſich mit auffallender Beſorgniß nach Dard's Befinden.

Plötzlich fiel ihm ein, daß die andere junge Dame er⸗ wartet ward, und er ſagte:

Ich laſſe Dich in guten Händen; Beſuch von Engeln genießt man am beſten ollein,« und mit dieſen Worten ver⸗ neigte er ſich tief und verließ langſam das Zimmer.

Sobald er aber die Thür hinter ſich hatte, verſchwand die bis jetzt behauptete Würde und er eilte nach dem Park und lief ſo ſchnell er konnte auf das Schloß zu.

Kaum war er noch fünfzig Schritte von dem kleinen Thor entfernt, als Laura wirklich aus demſelben heraustrat. Sie begegneten ſich und ſein Herz klopfte gewaltig.

Ach mein Fräulein

Ach, Sie ſind es, Herr Riviöre?« entgegnete Laura in kaltem Tone, obſchon ſie über und über erröthete.

Ja, mein Fräulein, ich bin ganz außer Athem. Man ſchickt mich nach Ihnen. Fräulein Joſephine erwartet Sie in Dard's Hauſe.*

Sie ſchickt nach mir?« fragte Laura, indem ſie miß⸗ trauiſch die Augenbrauen zuſammenzog.

Nun das gerade nicht, Fräulein Laura.«

Wie geläufig ihm unſere Namen ſind!«