Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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dem ſie ſelbſt dreißig Jahre lang davon Gebrauch gemacht, nur ungern darauf verzichtete, ſitzend erwartete Dard ſeine Freunde.

Seine Freunde kamen aber nicht.

Der Regen dagegen kam und ſtrömte den ganzen Nach⸗ mittag herab. Auch die Nacht kam und die Einſamkeit. Dard ward im höchſten Grade unmuthig.

Es ſind nichtsnutzige Schlingel, alle dieſe Zechcamera⸗ den, mit denen ich ſo oft getrunken. Nieder mit allen Freun⸗ den, die nur bei gutem Wetter zum Vorſchein kommen.«

Den nächſtfolgenden Tag ſchien die Sonne, die Luft war hell und der Himmel blau.

Na, nun wollen wir ſehen!« rief Dard.

Ach auch an dieſem Tage kamen keine Trinkcameraden oder Tabaksbrüder, um ihren verwundeten Freund zu trö⸗ ſten. Und Dard, der geſtern unmuthig und ungeduldig gewe⸗ ſen, ward nun traurig und niedergeſchlagen.

Verwünſcht ſeyen die Egoiſten!« ſtöhnte er.

Endlich jedoch gegen drei Uhr Nachmittags ward an die Thür gepocht.

Na, da kommen ſie enblich,« rief Dard;herein!

Die Thür öffnete ſich langſam und zwei liebliche Geſich⸗ ter erſchienen auf der Schwelle.

Die jungen Damen von Beaurepaire gaben Theilnahme und Mitleid zu erkennen als ſie Dard erblickten, und als die alte Frau ihnen einen Knir machte, ward ſie nebſt Dard von ih⸗ nen auf dieſelbe Weiſe begrüßt. Als aber Dard ſeine Hände auf die Armlehnen des Stuhles ſtemmte umaußzuſtehen, hielt Laura den Finger empor und befahl ihm, ſiben zu bleiben. Im nächſten Augenblick waren ſie dicht neben ihm, die Eine rechts, die Andere links und erkundigten ſich, wie er ſich be⸗ fände, wie er geſchlafen, ob er viel Schmetzen hätte, ob er