Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Da,? ſagte ſie und warf es ihm hin.»Wenn Sie nun mich hätten ſprechen wollen? doch, der Menſch kann nicht Alles haben. Sie haben ein gutes Herz, aber keinen ſehr klugen Kopf.

Dard s Großmutter beſaß ein kleines Haus, ein kleines Grundſtück, ein kleines Vermögen und eine kleine Kuh. Sie konnte gerade Dard und ſich ſelbſt ernähren und ihre Hilfs⸗ quellen ſetzten Dard in den Stand, ſo viele kleine Arbeiten um⸗ ſonſt und aus Liebe zu verrichten und dabei doch ſein Lieb⸗ lingsorgan in immer leidlich gefülltem Zuſtande zu erhalten.

Geh zu Bette, lieber Sohn, da Du Dich verwundet haſt,« ſagte Dard's Großmutter.

Verwünſcht wäre das Bett!? rief er.»Wus ſoll denn das Bett nützen? Es iſt das auch eine ſo alte alberne Ge⸗ wohnheit, welche abgeſchafft werden ſollte. Das Bett macht den Menſchen kraftlos Es iſt der Freund des Arztes und der Feind des Kranken. Mancher hat den Tod davon, daß er ſich in's Bett legt, während er doch ſein Leiden überſtanden ha⸗ ben würde, wenn er ſich wie ein Mann auf den Füßen ge⸗ halten hätte. Nein, man muß ſitzen bleiben und in ſeinen Kleidern ſterben, wie man gelebt hat. Ich ziehe mich nicht aus. Freilich alte Weiber thun nichts lieber als den Menſchen ausziehen und auf die Bahre legen. Gebt mir den großen Lehnſtuhl, in dieſen wiül ich mich ſetzen und wenn. ich Freunde habe, ſo werden ſie es jetzt zeigen. Sie werden kommen und mir erzählen, was in dem Dorfe vorgeht, denn ich kann nicht aus⸗ gehen, um es zu ſehen oder zu hören das wiſſen ſie.«

Und ſo ſtolz im Lehnſtuhl ſeiner Großmutter, die, nach⸗