Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Jacintha's Herz ward erfüllt von dem innigſten Danke gegen den jungen Mann. Den nächſtfolgenden Tag war ſie in der Stadt, um einige Einkäufe zu machen, und beſuchte ihn auf dieſem Wege mit.

Ich komme blos auf einen Sprung zu Ihnen herein,* ſagte ſie,um Sie um etwas zu fragen. Möchten Sie viel⸗ leicht ein Wort mit ihr allein ſprechen?

O Jacintha!«

Still, ſtilll! reden Sie nicht zu laut. Sie iſt nemlich zuweilen allein, obſchon nicht ſehr oft. Sie lieben einander gar ſo ſehr, die beiden Schweſtern.

Jacintha entwickelte nun ihren Plan.

Eben ſo wie das Wiſchtuch ſein Signal war, eben ſo mußte auch ſie ein Signal haben, wenn ſie mit ihm zu ſpre⸗ chen wünſchte und dieſes Signal ſollte ein Taſchentuch ſeyn, welches ſie wie eine Fahne auf den Zinnen des Schloſſes Beau⸗ repaire aufpflanzen wollte.

Wenn Sie ein langes weißes Tuch hängen ſehen, ſo kommen Sie zu mir je ſchneller deſto beſſer.«

»Gutes Mädchen!*

O es iſt dies das Wenigſte, was ich jetzt thun kann. Sie wiſſen, was ich meine. Ich mag nicht davon ſprechen. Aber wo iſt mein Wiſchtuch?« ſetzte ſie plötzlich hinzu.»Sie haben es doch nicht etwa an dem Baume hängen laſſen?« Und ſie ſah ihn mit ſtrenger Miene an.

Jacintha, auf meinen Knien bitte ich um Verzeihung meiner unglücklichen Achtloſigkeit.«

Jacintha fuhr mit der Hand unter ihre Schürze und zog das Wiſchtuch hervor.