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Er war ſchon fort, aber die ſüßen Worte klangen in ſei⸗ nen Ohren und erfüllten ſein Herz, während er ſeine Arme ausſtreckte und den Schiebkarren weiter fuhr.
Fünf Minuten ſpäter befand ſich Dard zu Hauſe in der Obhut ſeiner Großmutter. Sein Schuh war herunter und ſein Fuß in naſſe leinene Lappen gewickelt, während der Staatsmann mit dem Rock loſe um den Hals gehangen nach der Stadt eilte. Dieſe war zwar zwei kleine Stunden entfernt, aber er legte ſie in fünfunddreißig Minuten zurück, traf den Wundarzt zu Hauſe, erzählte ihm den Vorfall, begnügte ſich nicht mit dem Verſprechen des würdigen Mannes, daß er ſich ſogleich zu dem Patienten begeben wolle, ſondern eilte in den Stall, ſattelte das Pferd, führte es vor, hielt dem Wundarzt den Bügel, ſah ihn fortgaloppiren, ſpeiſte bei einem Reſtau⸗ rateur, machte ſich dann langſam auf den Rückweg und kam noch zeitig genug, um das Schloß Begurepaire noch einmal zu ſehen, ehe die Sonne unterging.
X.
Jacintha beſuchte an dieſem Abend Dard in ſeiner Wohnung.
Sie ſuchte ihn ſo gut als möglich zu tröſten und zu er⸗ muthigen und fragte ihn nach den näheren Umſtänden ſeines Unfalles. Die jungen Damen hatten ihr erzählt, was ſie ge⸗ ſehen, und obſchon Dard viel zu ausſchließlich an ſich ſelbſt dachte, als daß er lange ber Evuards Eifer und Humanität hätte verweilen ſollen, ſo beſtätigte er doch, was die Thatſa⸗ chen betraf, die Ausſage der jungen Damen.
Wer lieben will. I. 12


