IX.
„Ach, gnädige Frau, der Wind hat einen Baum im Park umgeriſſen.“
„Unmöglich, Kind, es iſt vorige Nacht ja gar kein Wind geweſen.*
„Nein, das nicht, aber wohl vor einigen Tagen.“
Laura kicherte.
„Ja, ja, Fräulein, er kann nach und nach locker ge⸗ worden ſeyn.*
Laura lachte, die Baronin aber war ernſt.
„Wir wollen Alle hinuntergehen und ihn anſehen, ſagte ſie in traurigem Tone. Ein Baum war für ſie ein alter Freund.
Da lag der gewaltige Rieſe auf der Erde, die er mit ſeinen hundert Armen und tauſend Fingern durchwühlt. Seine gigantiſchen Verhältniſſe zeigten ſich nun erſt durch die Bo⸗ denfläche, welche er bedeckte, und die furchtbare Lücke, welche ſein Fall in der Luft und in der Ausſicht bewirkte. Der Doctor beſichtigte den Baum genauer, beſonders den Stumpf, und ſagte»Hm! hm!*
Die Baronin betrachtete nur die Maſſe und den Ruin.
„Ein böſes Omen, meine Kinder!“ ſagte ſie.„Den Sturm hielt er aus und in einer einzigen ruhigen Nacht ſtürzte er. So wird es mit dem Hauſe Beaurepaire auch einmal
kommen.*


