Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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159 lächelte aber dabei im Stillen über die weibliche Leichtgläu⸗ bigkeit.

Kaum waren drei Tage verfloſſen, drei lange, ermü⸗ dende Tage für einen gewiſſen Freund von uns, als Jacintha, indem ſie durch die Küchenfenſter blickte, das Nothſignal von einem Baume im Parke wehen ſah.

Sie ſchlüpfte hinaus und Eduard Riviere war rich⸗ tig da.

Ihre Zunge ſetzte ſich ſofort in Bewegung. Zuerſt fragte ſie ihn frohlockend, ob es ihm wohl etwas geholfen habe, ihr etwas verſchweigen zu wollen, und dann erzählte ſie ihm ih⸗ ren eigenen Scharfſinn und dabei, wie ſolche Charaktere zu thun pflegen, die halbe Geſchichte. Dard's Antheil an derſel⸗ ben verſchwieg ſie, denn ſie bedurfte vielleicht wieder einen ähnlichen Dienſt von ihm— wer konnte das wiſſen? Dennoch aber erzählte ſie, daß ſie es geweſen, welche die jungen Da⸗ men bewogen, ſich an jenem Morgen Hinterhalt zu legen. Rivisre hob, als er dies hörte, die Hände empor und betrachtete ſie wie ein moraliſches Krokodil.

Sie ſetzte dieſem Blicke die größte Gelaſſenheit entgegen, lächelte keck und ſtemmte die Arme in die Seite.

„O, Jacintha, Ihr könnt Euch hier herſtellen und mir dies ſagen! Welche Bosheit! Blos weil ich aus Zartgefühl, welches vielleicht gar nicht am rechten Orte war, es Euch nicht gern ſagen wollte.“

„Sie ſehen alſo nicht ein, daß ich trotz Ihrer Undank⸗ barkeit Ihre beſte Freundin geweſen bin?“

„Nein, Jocintha, das ſehe ich nicht ein— Ihr habt mich ins Verderben geſtürzt. Urtheilt ſelbſt!«