Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Joſephine betrachtete ihre Schweſter mit Verwunderung und komiſchem Entſetzen. Nach einem langen Blick, der mehr ſagte, als Worte auszudrücken vermögen, entgegnete ſie:

„Sagte Jacintha nicht, ich ſeh S von welcher der arme junge Mann träume?«

„O, Du ſollſt ihn auch haben, Schweſter,« antwortete die ſchlaue Kleine,„wenn Du nemlich darauf beſtehſt.«

„Was ſind das für Worte! Ich werde noch ganz bös auf Dich werden!“

„Na, ich weiß wohl, daß ich Dir nicht durch zu große

Zudringlichkeit läſtig werden darf. Du brauchſt ja blos zu ſagen, daß Du ihn ablehnſt.«

„Daß ich ihn ablehne? Der arme junge Mann! Er hat mich ja noch gar nicht verlangt!“

„Alſo mit einem Worte, mag nun der Vorwand ſeyn, welcher er wolle, Du lehnſt es ab ihn abzulehnen.«

„Wie kannſt Du wagen, ſo etwas zu ſagen, Laura! Natürlich lehne ich ihn ab.*

„Ich danke Dir, meine Schweſter,« rief Laura ſchnell und küßte Joſephinen.„Das iſt das herrlichſte Geſchenk, wel⸗ ches Du mir jemals gemacht— deine Liebe ausgenommen. Ha, was iſt das auf deiner Hand? Sie iſt naß— es ſieht aus wie der Thau auf einer Lilie. Es iſt eine Thräne aus ſeinem Auge— Du Grauſamels

„Nein, es geſchah, als ich freundlich zu ihm ſprach. Ich beſinne mich jetzt, daß ich etwas fühlte! Der arme junge Mannl*

„Kieſelherz, welches eine Stunde darnach Mitleid heu⸗ chelt. Doch halt, unſerm Uebereinkommen zu Folge gehört dieſe Thräne mir,« und ſie zog den Kamm aus ihrem vollen braunen Haar, welches in einer dicht ſeidenen Maſſe herab⸗