Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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ein, wo ich glaubte— doch nein. Ich trage die ganze Schmach einer ſolchen Ueberraſchung und dennoch bin ich ihnen nicht näher gekommen, als zuvor. Ich bin ſehr unglück⸗ lich! Doch nein, ich bin es nicht. Ich bin der glücklichſte Menſch in Frankreich.«

Dann machte er den ganzen Auftritt nochmals durch, nur weit geſchickter, und erröthete nochmals über ſeinen Man⸗ gel an Geiſtesgegenwart und erſann Reden, von welchen er doch nun keinen Gebrauch machen konnte und ward abwech⸗ ſelnd heiß und kalt.

„Armer Knabe,« ſagte Joſephine,„er iſt traurig fort⸗ gegangen und das hat auch mich traurig geſtimmt. Ich habe jedoch meine Pflicht gethan und er wird es mir noch einmal danken, daß ich ſofort in ihm eine Zuneigung unterdrückt habe, die ich doch niemals hätte erwidern können.*

„Biſt Du mit deinen Bemerkungen fertig, liebe Schwe⸗

ſter?« fragte Laura trocken. „Ja, Laura.*

„Nun denn— an's Werk.*

»An's Werk?*

„Ja— nein— gehe noch nicht hinein. In Folge die⸗ ſes Vorfalles iſt nothwendig eine kleine Verabredung zwiſchen uns nöthig— wie der Notar ſagen würde— und wir wer⸗ den wohlthun, uns darüber ſofort zu verſtändigen, weil es, wie Du weißt, in ein paar Tagen zu ſpät ſeyn könnte.«

„Aber worüber ſollen wir uns denn verſtändigen?“

„Nun darüber, welche von uns beiden ihn nimmt— weiter nichts.“

„Wen denn?*

„Nun, Eduard!* entgegnete Laura ſchüchtern, indem ſie ihre Blicke zu Boden ſenkte.