Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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„Du wirſt ihn noch zum Weinen bringen,« ſagte Laura, welche ſchon die eigenen Augen feucht werden fühlte.

„Nein, nein!« rief Joſephine„er iſt zu ſehr Mann, als daß er weinen ſollte.«

„Nein, nein, mein Fräulein, ich werde ſtandhaft zu ſehn wiſſen.*

„Und ſehen Sie,« fuhr Joſephine in mütterlichem Tone fort,„obſchon wir Ihr armſeliges Gold zurückgeben, ſo be⸗ halten wir doch Ihre beiden Börſen. Laura nimmt dieſe und meine Mutter und ich behalten dieſe. Sie werden uns ſtets an einen Mann erinnern, der uns zu helfen wünſchte, ohne uns zu demüthigen.*

„Und ich glaube,« ſagte Laura,„da ſein Gold ſo un⸗ ſtät iſt, ſo werde ich am beſten thun, wenn ich es in dieſe von mir ſelbſt kürzlich gefertigte Börſe einkerkere. Da hier— es wäre unhöflich, wenn wir ihm ſein Geld ohne Behältniß zurückgeben wollten.“

»Ach, mein Fräulein, welche Gütel! Seyen Sie ver⸗ ſichert, daß ich dieſes Geſchenk nicht zu einem ſo niedrigen Gebrauche verwenden werde.«

„Nun ſo leben Sie wohl, Herr Riviére!s

Die beiden Schweſtern ſtanden jetzt dicht neben einan⸗ der und hielten ſich mit ihren Armen umſchlungen.

„Fräulein Laura, Fräulein Joſephine, machen Sie ſich, wenn Sie können, einen Begriff von meinem Glück— von meiner getäuſchten Erwartung— leben Sie wohl! leben Sie wohl!— leben Sie wohl!«

Er entfernte ſich ſo langſam und zögernd als möglich.

„Unzugänglich!« ſagte er traurig bei ſich ſelbſt, wäh⸗ rend er langſam nach Hauſe ging„völlig unzugänglich! Und dennoch trat nach der erſten Ueberraſchung ein Augenblick