Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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hintergeht Sie. Sie glauben arm zu ſeyn— Andere, denen Ihr Wohl nicht am Herzen liegt, ſagen dasſelbe, ich aber, der ich Ihnen ſo viel verdanke, ich habe mich um Ihr In⸗ tereſſe genauer bekümmert. Ihr Beſitzung wird auf die un⸗ verantwortlichſte Weiſe ſchlecht bewirthſchaftet— verzeihen Sie mir, daß ich dies ſage. Sie ſind noch in dieſem Augen⸗ blicke reich, wenn Sie nur einen Freund hätten— einen Geſchäftsmann, der Ihr Intereſſe treulich wahrnähme. Sie werden fortwährend betrogen— es iſt abſcheulich— aber man kann ſich nicht darüber wundern, Sie ſind Frauen und verſtehen nichts von Geſchäften— Sie ſind Ariſtokraten und glauben ſich nicht ſo weit erniedrigen zu dürfen.«

»Er ſpricht nicht ganz thöricht,« ſagte Laura naiv.

»Und Sie verbannen mich, der ich doch Ihnen und Ihrer Mutter, der Frau Baronin, von ſo großem Nutzen ſeyn könnte. Dennoch ſagen Sie, Sie verzeihen mir meine Zudringlichkeit, ich fürchte aber, daß dies nicht der Fall iſt. O nein, dieſes elende Geld hat mich Ihrer guten Meinung beraubt.*

»Nein, mein Herr, nein!— Sie haben unſere Ach⸗ tung erworben und mit Recht verdient.«

„Aber nicht Ihre Bekanntſchaft, wie?«

Die beiden jungen Damen ſchlugen die Blicke ein wenig beſchämt zu Boden.

»Sehen Sie,« ſagte der junge Mann in bitterem Tone, „wie vernünftig die Etikette iſt. Hätte ich zufällig in irgend einem Hauſe geſpeiſt, wo auch Sie ſpeiſten, und Jemand, den wir beide nicht achteten, hätte zu Ihnen geſagt: Erlauben Sie mir, Ihnen Herrn Rivièrs vorzuſtellen, ſo würde ich dann das Glück Ihrer Bekanntſchaft gehabt haben. Dies wäre eine