Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Du in einem Augenblicke ſo furchtbarer Aufregung wie der

gegenwärtige von ſo gleichgiltigen Dingen ſchwatzen?6

»Ach, beruhige Dich doch und ſey vernünftig. Es wird Niemand kommen. Welchen Grund haben wir, zu vermuthen, daß Jemand heute Morgen hierherkommen werde?«

„Joſephine,« rieß Laura begierig,„dieſes Mädchen weiß mehr, als ſie uns geſagt hat. Verlaß Dich darauf, es iſt etwas im Werke.*

Still, ſtill!« rief Joſephine plötzlich in leiſem, aufge⸗ regtem Tone und hielt ihre zitternde Hand empor. Zugleich zeigte ſie mehrmals raſch nach einander weſtlich durch den

Baum.

Laura legte ihr Auge ſofort an ein kleines in dem

Baume befindliches Loch. Joſephine hatte ſich unwillkürlich

von einer weit größeren Oeffnung zurückgezogen, durch welche ſie geſehen zu werden fürchtete.

„Ja,* rief Laura flüſternd und zitternd.

Ein Mann ſtand in dem Park und ſchaute über das kleine Thor in die Plaiſance herein.

Joſephine hielt ſich von der größern Oeffnung entfernt, durch welche ſie ihn zuerſt erblickt. Laura ſchaute bald durch das kleine Loch, bald zurück auf Joſephinen.

Die Geſtalt rührte ſich nicht. Dieſe Ungewißheit dauerte mehre Minuten. Plötzlich machte Laura eine ſchnelie Bewegung und fuhr von dem Guckloch zurück, und in demſelben Augenblick hoͤrte Joſephine das Thor öffnen.

Die Mädchen drängten ſich unwillkürlich in der Mitte des Baumes an einander, wagten aber nicht zu ſprechen, kaum zu athmen.

Wer lieben will. I. 10