„Ja, gnädiges Fräulein, um Ihretwillen. Iſt das wohl zu verwundern? Sehen Sie nur einmal in den Spiegel— dieſer wird Ihnen Alles erklären. Nein, ſehen Sie nicht hin⸗ ein— wir kommen ſonſt zu ſpät. Kommen Sie! kommen Sie nach unſerm Verſteckls
„Was, wir ſollen uns verſtecken?«
„Nun, Sie glauben doch nicht, daß er es thun wird, wenn er Sie ſieht, Fräulein? Und überdies, wie wollen Sie ihn ertappen, wenn ich Sie nicht in den Hinterhalt lege?«
„Du biſt ein gutes Mädchen,s rief Laura;»Du haſt wirklich originelle Gedanken.*
„Ich kann mich aber mit dieſem originellen Project nicht recht befreunden,« bemerkte Joſephine;„was ſoll ich zu einem Menſchen ſagen, den ich nicht kenne, ſelbſt wenn ich ihn ertappe— was, wie ich hoffe nicht der Fall ſehn wird.«
„O wir haben ihn auch noch gar nicht,« ſagte Jacintha, »und wenn Sie ihn auch nicht ertappen, ſo wird es doch nicht heißen»ichs ſondern„wirs. Sie werden muthig ſeyn wie Löwen, wenn Sie ſich zwei Einem gegenüber ſehen und zwar auf Ihrem eigenen Grund und Boden. Eins und eins macht fünfzehn.*
„Eins und eins macht fünfzehn? Laura, Du biſt ange⸗ pleidet, laß Dir einmal die Sache erklären und leihe mir eine Stecknadel!«
„Ich meine, eine junge Dame an der Seite einer zwei⸗ ten hat ſo viel Muth wie fünfzehn einzelne.«
Jacintha übernahm nun die Leitung der Expedition und führte ihre jungen Herrinnen raſch nach der großen Eiche.
„Hier hinein mit Ihnen und verhalten Sie ſich ſtill wie die Mäuschen.*


