138
Gärtner, Liebhaber und was ſonſt noch, mit plumper Schlau⸗ heit das Vertrauen des jungen Staatsmannes zu gewinnen.
Der Verrath fand aber ſeinen Lohn. Der junge Staats⸗ mann machte Dard zu ſeinem Factotum, das heißt, er mußte noch eine Menge kleine Verrichtungen auf ſich nehmen. Schon früher hatte er eine Vermehrung derſelben kaum noch für möglich gehalten, jetzt aber zwang ihm das, was er leiſten mußte, eine förmliche Bewunderung ſeiner ſelbſt ab.
In der einen Stunde hielt er eine lange Kette in den Händen, während Riviére die Felder des Schloſſes Beaure⸗ paire vermaß, die nächſtfolgende ward ihm aufgetragen, einen Pächter auszuhorchen.
Dann hieß es auf einmal:„Bücke Dich, Dardl«
Dieſe Worte bedeuteten, daß er eine halbmondförmige Geſtalt annehmen ſollte, während Eduard, um ſeine Berech⸗ nungen oder Skizzen zu entwerfen ſeinen breiten Rücken als Schreibepult benutzte.
Und dann, was das Allerdrolligſte war, er, das faulſte aller Menſchenkinder, obſchon die Tücke des Schickſals ihnzum geplagteſten gemacht, mußte den Bürger Riviöre frühmorgens wecken.
Abends, nachdem er mit all ſeiner Arbeit fertig war, konnte er darauf rechnen, daß Jacintha ihn zum Lohn dafür ausſchalt, weil er nicht die rechte Nachricht mit vach Hauſe brachte und nicht Talent genug beſaß, ſich die, welche man zu hören wünſchte, auszuſinnen.
Zweimal rapportirte er aber doch zu Danke. Das erſte Mal war, als er ihr ſagte daß Rivibre eine genaue Vermeſ⸗ ſung der Grundſtücke von Beaurepaire begonnen habe, und das zweite Mal, als er erfahren wie viel der Beſitz des jun⸗


