Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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VI.

„Ich will ihren Baum pflanzen laſſen,«“ dachte Laura, „denn ſie hat dies und alles Andere vergeſſen.«

Und ſie kehrte wieder um zu den Uebrigen. Als ſie raſch um die Ecke bog, ſtieß ſie auf Jacinthen, die ſich in verdäch⸗ tiger Nähe befand und auf den Baum zuſchritt.

Laura warf ihr im Vorübereilen einen Blick zu, der ihr das Blut in die Wangen emportrieb, und am Abend als Laura ihr plötzlich winkte und in bedeutſamem Tone ſagte: „Ich wünſche ein paar Worte mit Dir zu ſprechen, Jacintha,« war es der treuen Dienerin, als müßte ſie auf die Knie nieder⸗ ſinken, während ſie ſich äußerlich möglichſt unbefangen zu ſtellen ſuchte.

„Wer hat die Börſe dorthin gelegt?“ fragte Laura in halb drohendem Tone..

„Fräulein Laura, ich weiß es nicht, ich habe aber mei⸗ nen Verdacht und wenn Sie mir einige Tage Zeit laſſen wol⸗ len, ſo glaube ich es ermitteln zu können.«

„Wie viele Tage? ich kann es kaum erwarten.«

»Wir wollen ſagen vierzehn Tage, Fräulein Laura.«

„Das iſt eine lange Zeit; doch gut, ich bin damit eix⸗ verſtanden.

Und ſo trennten ſie ſich wieder, ohne daß Eine von Bei⸗ den ein Wort von dem geſprochen hätte, was in ihren Ge⸗ danken oben auf ſchwamm.