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„Das iſt nicht wahr! Es liegt nicht in ſeiner Natur. Unbeſtändigkeit mag darin liegen. Sage mir, daß er mich niemals wirklich geliebt habe, und ich will Dir glauben, aber nicht, daß er ein Feigling iſt. Laß mich meine entſchwundene Liebe beweinen, aber nicht darüber erröthen.“
„Deine entſchwundene Liebe? Du liebſt ihn heute noch eben ſo wie vor drei Jahren.«
„Nein, ich ſage Dir, daß dies nicht der Fall iſt. Ich liebe Niemanden mehr. Ich werde nie wieder einen Mann lieben.*
„Ausgenommen dieſen. Eben dieſe Liebe iſt es, welche dein Herz gegen Andere einnimmt. Du liebſt ihn, theure Schweſter, denn warum würdeſt Du ſonſt glauben daß Ca⸗ mill unſer verborgener Wohlthäter ſeyn könne?“
„Warum? Weil ich von Sinnen war, weil es unmög⸗ lich iſt. Laß uns hineingehen, meine Schweſter.«
„Geh, ich werde Dir folgen, aber liegt Dir denn nichts daran, zu wiſſen, wer nach meiner Meinung die Börſe für uns hingelegt hat?«
„Rein,« ſagte Joſephine traurig, dann ſetzte ſie in kal⸗ tem, gleichgiltigem Tone hinzu:»Die Zeit wird es lehrens und dann ging ſie, die Stirn auf die Hand ſtützend, langſam in das Haus hinein.
Das war ihr Geburtstag.
Wer lieben will. I. 9


