Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Gleich darauf fuhr die Baronin mit der Hand in die Taſche und warf ihren Töchtern einen Blick zu. Sofort hefte⸗ ten ſich vier Augen auf das Geſicht des Doctors.

Steh feſt, alter Doctor; wenn dein Panzer die mindeſte Blöße gibt, ſo werden dieſe Augen ihn durchdringen.

„Apropos,“ ſagte die Baronin in vollkommen gleichgil⸗

tigem Tone,„Sie haben Ihre Börſe hier verloren; wir ha⸗ ben ſie ſpeben gefunden,« und mit dieſen Worten überreichte ſie ſie ihm.

„Ich danke J nädige Frau,« ſagte er, indem er die Börſe nachläſſig ergriff.„Dieſe iſt nicht mein— ſie iſt zu ſchwer— und eben fällt mir ein,« fuhr der Gelehrte mit be⸗ neidenswerther Naivetät fort,„daß ich ſeit zwanzig Jahren keine Börſe mehr führe. Ich ſtecke mein Silber in die rechte Weſtentaſche und mein Gold in die linke, das heißt, 6 ſollte es thun, aber ich habe keines.*

„Doctor, ich frage Sie auf Ihre Ehre, haben Sie nicht dieſe viz und dieſes Papier hierhergelegt?«

Der Doctor las das Papier und Laura erzählte ihm mittlerweile, was geſchehen war.

„Frau Baronin,* ſagte er,»ich bin ſeit beinahe zwan⸗ zig Jahren Ihr Freund und Penſionär. Wenn mir durch ir⸗ gend einen ſeltſamen Zufall Geld in die Hände kommen ſollte, ſo würde ich Ihnen nicht den kindiſchen Streich ſpielen, mit

welchem Sie mich im Verdacht inen. Ich hätte das Recht, offen vor Sie hin agen: Theure Freundin, hier bringe ich Ihnen Theil von dem

zurück, was ich Ihnen ſchulde.«

„Ja, Sie haben Recht, Doctor; es war einfältig von mir, ſo etwas zu vermuthen. Aber nun ſagen Sie mir, wer 4

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