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halb desſelben begegnen ſie nur ſelten Jemanden und können ihre Trauerkleider tragen, bis dieſelben ganz fadenſcheinig geworden ſind. Ach mein lieber junger Herr, wie ganz anders ſind da die meiſten andern Frauen, welche die Todten nicht raſch genug vergeſſen können, um ſich ſobald als möglich wie⸗ der bunt herauszuputzen! Und morgen iſt Fräulein Joſephi⸗ nens Geburtstag. Ich entſinne mich noch recht wohl der Zeit, wo ihr an dieſem Tage wenigſtens ein neues Kleid beſchert ward; manchmal bekam ſie ſogar zwei. Die Zeiten haben ſich bei uns auf traurige Weiſe geändert.“
„Morgen iſt ihr Geburtstag?“
„Ja.*
„Lebt wohl, Jacintha— mein Herz iſt voll! Da! lebt wohl Ihr gutes treues Herz!« Und er küßte ſie ſchnell mit zitternden Lippen.
„Armer junger Herr!— Verlieren Sie nur mein Wiſchtuch nicht.“
Dieſe Mahnung rief ſie ihm ſehr ängſtlich und ſo laut ſie konnte nach, während er in ſeltſamer Aufregung davon⸗ eilte.
Den nächſtfolgenden Tag fand ſich der Notar mit heite⸗ rer Miene ein. Er konnte ſich gar nicht lange aufhalten, ſon⸗ dern ſprach blos im Vorbeireiten auf einen Augenblick ein, um zu melden, daß nach ſeiner Meinung die Sache gut ginge und daß er im Stande zu ſehn hoffe, Bonard im Zaume zu halten.
Nach dieſer kurzen Unterredung, die blos mit den jun⸗ gen Damen ſtattfand, denn der Doctor war ausgegangen, entfernte Perrin ſich wieder.
Es war ungefähr eine Stunde vergangen. Joſephine


