Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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„Nun was iſt dann ſonſt der Grund? Irgend ein Grund muß vorhanden ſeyn. Die Schweſtern pflegten doch ſonſt aus⸗ zugehen. Bitte, bitte, ſagt mir den Grund, weshalb ſie es nicht mehr thun.«

Jacintha's heiteres Geſicht verdüſterte ſich.

„Mein armer junger Herr,* ſagte ſie,„quälen Sie ſich nicht und glauben Sie nicht etwa, ich ſey ſo falſch gegen Sie geweſen, meine jungen Herrinnen vor Ihnen zu warnen. Nein, es iſt die alte Geſchichte— Mangel an Geld.«

„Der ſie verhindert auszugehen? Wie kann das ſeyn?“

„Wohlan,« ſagte Jacintha,„es iſt gut, daß Sie heute gekommen ſind, denn wenn Sie geſtern um dieſe Stunde ge⸗ kommen wären, ſo hätte ich es Ihnen nicht ſagen können, weil ich es ſelbſt erſt geſtern Abends gehört habe. Mein lieber junger Herr, die Damen können ausgehen, weil es ihnen an Kleidern fehlt.“

Rivière ſah ſie erſchrocken an.

„O ſehen Sie mich nicht ſo an,« rief die treue Diene⸗ rin,„ſehen Sie mich nicht ſo an, ſonſt muß ich wieder wei⸗ nen. Auch dürfen Sie mich nicht falſch verſtehen. Meine Her⸗ rinnen haben eine Menge bunter Kleider, die zwar alt aber noch ſehr gut ſind. Ihre ſchwarzen Kleider dagegen ſind ſehr abgenutzt und neue können ſie nicht kaufen. Alle ihre andern Anzüge ſind bunt und es widerſtrebt ihrem Herzen, dieſe zu tragen. Sie weinten geſtern Abends, daß ſie nicht einmal die Mittel hätten, um ihren Vater zu trauern, ſondern am Ende noch aus Mangel an Geld in bunten Kleidern gehen müßten.*

„Jacintha, eure Worte zerreißen mir das Herz.*

„Deshalb haben ſie, wie es ſcheint, ſich vorgenommen, gar nicht außerhalb des Parkes ſpaziren zu gehen. Inner⸗

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