Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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ebenfalis, ging hinaus und fand, wie erwartet, Laura auf dem Corridor.

»Meine arme Schweſter, ermanne Dich!« ſtammelte Laura leiſe.

»Er iſt todt!« rief Joſephine.

»Nein, er lebt. Aber er iſt todt für uns und Frankreich, D, Joſephine, haſt Du Muth?«

Ja,« ſtammelte Joſephine, indem ſie an allen Gliedern itterte.

»Du kennſt Dard, welcher aus Liebe zu Jacintha hier in der Nähe arbeitet. Seit mehren Monaten habe ich ihn beauftragt, jeden Soldaten anzureden, der das Dorf paſſirt.«

»Aber davon haſt Du mir ja nie etwas geſagt!*

»Hätteſt Du meinen Plan gekannt, ſo wäreſt Du in ewiger Spannung geweſen und deine Gemüthsruhe war mir theuer. Es ſollte der erſte Schritt zu deinem Glück ſeyn. Hun⸗ derte von Soldaten ſind durch das Dorf gekommen und kei⸗ ner von ihnen hat ihn auch nur dem Namen nach gekannt. Heute dagegen, Joſephine, ſind zwei gekommen, die Alles wiſſen.«

»Alles o Laura! Laura!«

»Die Leute find hier. Komm, willſt Du ſie ſprechen?«

»Ich kann nicht. Doch mitkommen will ich ſprich Du mit ihnen. Ich werde hören.«

Sie gingen in die Küche und hier trafen ſie zwei Dra⸗ goner, welchen Jacintha eine Flaſche Wein vorgeſetzt hatte.

Sie erhoben ſich und begrüßten die Damen auf militä⸗ riſche Weiſe.

Bleibt ſitzen, Leute,« ſagte Laura,und ſagt mir, was Ihr Dard von dem Capitän Dujardin erzählt habt.«