Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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doch verordnete er einfach weiter nichts als Veränderung der Luft und des Aufenthaltes. Er rieth ihr, das ungefähr fünf Stunden weit entfernte Seebad Frejus zu beſuchen.

Joſephine war damit einverſtanden ihr war jeder Ort recht.

In dieſer ſelben Nacht, nachdem Alles ſich zur Ruhe begeben hatte, ward leiſe an ihre Thür gepocht und unmittel⸗ bar darauf trat Laura in das Zimmer. Ohne ein Wort zu ſprechen, ſetzte ſie ihr Licht nieder, kam auf ZJoſephinen zu, ſchaute ihr einen Augenblick lang in's Geſicht und ſchlang dann ihre Arme um den Hals der Schweſter.

Joſephine erſchrak ein wenig, denn ſie ahnte, daß etwas im Anzuge ſeh.

Laura hielt ſie immer noch feſt umſchloſſen.

»Was fehlt Dir, liebes Kind?«

Ich bin kein Kind. Darin liegt eben dein Irrthum. Meine Schweſter, warum liebſt Du mich nicht mehr?«

Ich liebte Dich nicht mehr?6

Nein! Denen, welche wir lieben, verſchließen wir nicht unſer Herz. Wir verſuchen es nicht einmal, denn wir wiſſen, daß es vergeblich ſeyn würde.«

Joſephine ſeußzte und entgegnete:

»Unſere Familie hat ſchon wirkliche Leiden genug zu tragen. Kommt es mir wohl zu, dieſelben noch durch meinen vielleicht nur eingebildeten Kummer zu vermehren? O meine Schweſter, wenn Du meine Thorheit wirklich entdeckt haſt, ſo ſtelle mich nicht blos zur Rede, ſondern hilf mir lieber etwas verhehlen und unterdrücken, was mich vor Dir erröthen macht, obſchon ich älter bin als Du.«

Und die ſtolze Schöne neigte ihre weiße Stirne auf den