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»Meine Kinder, es gibt alſo doch Menſchen, die Euch lieben.*
»Nein, nicht uns— Dich, Mama! Du biſt es, die wir Alle lieben.
Drei Frauen waren jetzt die einzigen Säulen, ein Mann der Wiſſenſchaft und eine Dienerin die äußeren Stützen, die Strebepfeiler des großen alten Hauſes Beaurepaire.
So wie ein Monat nach dem andern verging, gewann Laura Aglae Roſa von Beaurepaire trotz Unglück und Armuth ihre natürliche Heiterkeit allmälig wieder— ſo viel vermag Jugend im Bunde mit Geſundheit und angebornem Frohſinn.
Ihre ältere Schweſter dagegen trug einen Kummer in ſich, der nur ſie allein anging.
Capitän Dujardin, ein wackerer junger Offizier von guter Herkunft und ſein eigener Herr, hatte ihr mit Zuſtim⸗ mung ihrer Eltern den Hof gemacht, und ſelbſt als der Baron den Soldaten der Republik mit mißtrauiſchen Blicken zu be⸗ trachten begann, wollte der junge Dujardin, obſchon er zu ſtols war, um ſich der Ironie und den verächtlichen Blicken des Barons auszuſetzen, ſeine Liebe nicht ſeinem verletzten Stolze opfern. Er kam nicht mehr auf das Schloß wartete aber ſtundenlang auf dem Wege nach der kleinen Capelle im Park, um vielleicht ein flüchtiges Wort oder auch nur einen freundlichen Blick mit Joſep inen wechſeln zu können.
Eine ſolche Anhänglichkeit eroberte allmälig ein Herz welches ſie ſchon in glücklichen Zeiten halb geneigt geweſen, ihm zu ſchenken, und als er ſie verließ, weil die Pflicht ihn zu fernen, mit nicht gewöhnlichen Gefahren verknüpften Dienſtleiſtungen hinwegrief, da vermochte ihre weibliche Zu⸗ rückhaltung nicht länger zu widerſtehen und ſie geſtand ihm


