Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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Im Hauſe des Syndicus dagegen herrſchte auch jetzt Todtenſtille. Er ſelbſt hielt ſich wieder in ſeinem Zimmer eingeſchloſſen; Mutter und Tochter aber waren eben mit ihrer Toilette fertig geworden, nachdem ſie den Wunſch des alten Herrn erfüllt, und alles ein⸗ gepackt hatten, was die ganze Familie zu einem mehr⸗ wöchentlichen Aufenthalte außerhalb bedurfte.

Hedwig und Alma traten in dieſem Augenblicke jedes aus ſeiner Schlafkammer kommend in das Wohnzimmer.

Beide waren recht bleich, doch ſtand die Bläſſe und das ſchwarze ſeidene Gewand Alma ſo ſchön, daß ſie das verwöhnteſte Auge kaum hätte anders denken mögen. Es lag in der That etwas Hohes in ihren lieblichen und jetzt doch ſo ernſten Zügen, während aus den großen wundervoll blauen Augen eine ſtille wehmüthige Reſignation, ein tief bewegtes Gemüth ſprach. Und doch gab auch wieder das dichte blonde Haar, das in einfachen Flechten den ſchönen Kopf nach oben und den Seiten hin einſchloß, der hohen, ſchlanken, ernſten Mädchengeſtalt etwas Mildes.

Alles aber wurde gehoben durch die einfache ſchwarze Sonn- und Feiertagskleidung, die dem lieb⸗ lichen Kinde einen wahrhaft rührenden Reiz zulegte. Alma war geſchmückt, wie zu einem hohen kirchlichen Acte, und zu der Annahme, daß ſie einen ſolchen