Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Einzelbild herunterladen

367

macht, die Wahrheit zu hören oder Widerſpruch zu dulden. Nur Jubel, Freude und Bewunderung ſoll überall die Mäjeſtät begrüßen, wo ſie ſich als ſtrah⸗ lende Sonne zeigt.

Louvois ſorgte für dieſen Jubel durch ſeine 15,000 Mann Truppen, durch den befohlenen Zuzug franzöſiſcher Unterthanen, und durch reichliche Geldſpenden unter den Pöbel Straßburgs.

Jetzt alſo war dieſer wichtige Morgen angebro⸗ chen und ſtand, als ein wunderſchöner Oktobertag über der Welt. Der Himmel zeigte ſich rein und tief blau, die Sonne ſtrahlte freundlich und golden.

Die Häuſer waren auf den ſtrengen Befehl des Gouverneurs hin feſtlich geſchmückt; von allen Thürmen der Stadt und der Wälle wehten franzöſiſche Fahnen, von der Spitze des Münſters das große Banner Frankreichs.

Auch die fünfzehntauſend Mann unter dem Com⸗ mando des Generals⸗Lieutenant, Baron von Viſat, ſtanden bereits, Spalier bildend, unter den Waffen auf den Straßen, aber hinter den Reihen der auf⸗ geſtellten Truppen wogte eine unüberſehbare Men⸗ ſchenmaſſe auf und ab, während Andere bemüht wa⸗ ren, ſich einen guten feſten Platz zu erobern, um den König beſſer vorüberziehen zu ſehen.

Straßburg das alte gute deutſche Straß⸗