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Fahnen wehten, Weihrauch ſtieg auf, Chöre er⸗ ſchallten, weißgekleidete Mädchen zogen voran; in Mitten der ganzen Geiſtlichkeit aber, des Domkapi⸗ tels und umgeben von dem Suffragan⸗Biſchof, dem Domdechanten, dem Prinzen von Naſſau, dem Groß⸗ Vicar und den in Purpur gekleideten Canonicis, be⸗ trat Fürſt⸗Biſchof, Franz Egon von Fürſtenberg, den Dom, um vor allen Dingen den großen Exorcis⸗ mus vorzunehmen: das heißt, den Teufel der Ketzerei in den heiligen Räumen zu beſchwören und auszutreiben. Dann erſt folgte die Jubelfeier der neuen Einweihung und die erſten Meſſen an den ſieben, in der Schnelligkeit errichteten Altären.
Auch von dieſen Feierlichkeiten hielt ſich, wie natürlich, der überwiegende Theil der Einwohner Straßburgs fern. Nur die Ueberläufer mit ihren Familien drängten ſich, in feigem Servilismus und in der Abſicht recht geſehen zu werden, mit doppel⸗ tem Eifer heran, wie hie und da die immer ſchau⸗ luſtige Maſſe der niedrigſten Volksſchichten.
Wer aber vermöchte die Trauer und den Schmerz zu beſchreiben, die ſich in jenen Stunden in ſo viele Tauſende von ächten treuen proteſtantiſchen Herzen herabſenkten?
Wer hätte die im Stillen vergoſſenen Thränen zu zählen vermocht, die unaufhaltſam, ſelbſt aus gar


