Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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Ein ſtechender Blick zuckte aus Günzers Augen nach der jungen Wittwe. Dann ſagte er trocken:

„Damit ſteht es ſchlecht!“

Frau von Bernhold erblaßte.

„Wie!“— ſagte ſie, und die Stimme verſagte ihr faſt den Dienſt,—„ſagten Sie denn vorhin nicht, ſie hätten gute Nachrichten?“

„Wenn Sie das, was ich vorzutragen habe, günſtig aufnehmen würden.“

„Ich verſtehe Sie nicht! Haben Sie denn die Urkunden und Rechtstitel, die uns die Herrſchaft Plobsheim auf ganz unantaſtbare Weiſe zuſprechen, noch nicht gefunden?“

„Nein!“

„Aber, du mein Gott! ſie müſſen ja da ſein!“

„Ich ſuche jetzt bereits ſeit Jahren danach!“

„Dafür unſeren innigen Dank!... aber. haben Sie denn alles in den Archiven durchgeſehen?“

„Jeden Winkel,... jedes Pergament!“

„Günzer!“— rief die junge Frau in unbe⸗ ſchreiblicher Aufregung—„Sie wiſſen, wie unend⸗ lich viel für mich und meine Kinder von dem Auf⸗ finden dieſer Urkunden abhängt!“

„Ich weiß es!“— verſetzte der Stadtſchreiber mit eiſiger Ruhe.—„Alles!... Wenn die Rechts⸗ titel nicht aufgefunden werden....4