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Die beiden Damen erhoben ſich mit klopfenden Herzen, ohne eigentlich zu wiſſen warum.
Ein zweiter Blick durch das Fenſter belehrte ſie, daß Kämpffer weiter— wie es ſchien um das Schloß herum reite; Günzer aber den andern Weg nach demſelben nahm.
Alma bat, ſich auf ihr Zimmer zuruckziehen zu dürfen. Frau von Bernhold hatte nichts dagegen, da eine geſchäftliche Unterhaltung vorauszuſehen war.
Wenige Minuten ſpäter trat Stadt⸗ und Raths⸗ ſchreiber Günzer ein.
Er war auffallend ſorgſam und fein gekleidet. Aber auch ſeinen Geſichtsausdruck und ſein Weſen ſchien der Stadtſchreiber beſonders zu überwachen. Eine ungemeine Freundlichkeit lag in ſeinen nicht unſchönen Zügen; die ſtechenden Augen aber hatten einen wunderbar gekünſtelten, darum auch faſt un⸗ heimlichen Blick. Sein ſonſt immer ſo unſicher ſchei⸗ nendes Weſen war dabei einem ſo zuverſichtlichen, ſogar herausfordernden Auftreten gewichen, daß es ſelbſt Frau von Bernhold auffiel.
„Sie bringen mir wohl günſtige Nachrichten!“ — ſagte jetzt, nach den erſten Begrüßungen, die junge Wittwe, indem ein leichtes Roth— ein matter Wie⸗ derſchein ihrer früheren Blüthe— die bleichen Wan⸗ gen auf Momente färbte, was ihr bei dem tief


