Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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Alma mußte leiſe an eine Warnung vor Günzer hinſtreifen.

„Und ſind Sie auch von der Redlichkeit dieſes Charakters überzeugt!“— frug ſie endlich ent⸗ ſchiedener.

„Von ſeiner Anhänglichkeit an unſere Familie gewiß!“— entgegnete die Wittwe.—„Günzer verdankt meinem verſtorbenen Schwiegervater und meinem eigenen Vater alles was er iſt und hat. Auch mein unvergeßlicher Mann hat ihn mit Wohl⸗ thaten überhäuft. Ich denke mir, daß es für ihn eine Freude und eine Genugthuung ſein muß, jetzt mir und meinen armen Kindern den Beſitz von Plobsheim ſichern zu helfen.“

Alma ſeufzte... aber ſie ſchwieg; es kam ihr doch unrecht vor, ein ſolches wohlbegründetes Ver⸗ trauen zu erſchüttern.

In demſelben Augenblicke ſah man zwei Reiter von der Landſtraße nach dem Schloße einbiegen.

Die beiden Damen ſahen ſcharf nach ihnen hin

erblaßten aber im gleichen Momente.

Es war Stadtſchreiber Günzer und ſein Schwager Kämpffer, der ebenfalls den Familien von Bernhold und von Zorn befreundet war und denſelben Alles, namentlich auch ſeine Stellung als Syndicus des Niederelfäſſiſchen Adels, verdankte.