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ma ſuchte allmälig in der Gebeugten die eigene Kraft, die der furchtbare Schickſalsſchlag nieder⸗ geſchmettert, wieder zu wecken. Sie wußte, daß für den Unglücklichen die Gegenwart die furchtbarſte Zeit ſei ſo ſuchte ſie denn bei Frau von Berunhold die Gedanken an dieſe Gegenwart durch ihren freund⸗ lichen liebevollen Umgang, durch Anregung zu vielſeitiger Thätigkeit im Hausweſen und bei den Kindern und durch die Erinnerung an eine ſchöne Vergangenheit zu verſcheuchen.
Auf der Schwelle der Gegenwart umarmen ſich ja Hoffnung und Erinnerung ſchweſterlich,— ſie, die ſich ſo innig verwandt ſind und ſtets ſo freund⸗ lich zuwinken.
Endlich lag in Alma's tiefem Gemüthe, in ihrer großen ſchönen Seele noch ein dritter Weg zu trö⸗ ſten, den ihr ſelbſt— zur Zeit der Verbannung des Geliebten— das Schickſal gezeigt. Es war: großes Unglück mit Größe zu tragen. Darin lag ja auch ein Stück ihrer Religion. Sie gab ihm in den Worten Ausdruck:
O ringe nicht nach Paradieſen! Von Größe fern und Erdenluſt Iſt uns ein Himmel angewieſen: Der Himmel in der eignen Bruſt. Trag' alle deine ernſten Zähren 9*
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