Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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ſo war es denn auch für Mutter Hedwig und Alma Pflicht, jetzt, nach dem kaum erfolgten Tode des jüngeren Herrn von Bernhold, die junge, tief und innig trauernde Wittwe zu tröſten.

Frau Hedwig freilich konnte und mochte den Gatten in dieſen ſchlimmen Zeiten nicht lange ver⸗ laſſen; Alma aber hatte Zeit, der Trauernden einige Wochen zu widmen und ſo hatte ſie denn Mutter Hedwig in der That ſchon vor längerer Zeit nach Plobsheim gebracht, und Alma hier auch gern und willig das Amt einer liebevollen Tröſterin über⸗ nommen.

Und Alma's ſchlichtes, klares Weſen, das vom Vater die hohe Kunſt geerbt: alles Unſchöne, Pein⸗ liche und Verworrene grundſätzlich in die engſten Schranken zurückzuweiſen, damit dem klaren freien Leben Raum verſchafft werde, war für das über⸗ nommene Amt wie geſchaffen.

Es kam ihr nicht in den Sinn, die junge un⸗ glückliche Frau damit tröſten zu wollen, daß ſie ihr andere Perſonen aufzählte, die gleiches Unglück ge⸗ troffen. Alma's Vernunft ſagte ihr, daß dies ein ſchlechter Troſt, der das leidende Herz nur mit bleier⸗ ner Hand noch mehr zerknirſche, nicht aber mit dem Schickſale ausſöhne.

Ihr Troſt beſtand in etwas ganz Anderem. Al⸗