Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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men geſtrebt und auf dieſem Poſten gerade wollte ihn auch der ſchlaue Louvois haben. Beide verſtanden ſich ja nur zu gut; ſo daß denn auch Günzer als nach wenigen Jahren die rechte Zeit gekommen ſchien ohne eine weitere Aufforderung von franzöſiſcher Seite, im Stillen Louvois gegenüber die Maske fallen ließ und von der Stunde an im Intereſſe Frankreichs handelte. Welchen Verrath Günzer hier geſponnen, durch welche ungeheuere Summen er ſich beſtechen ließ, um durch ſeine Stimme in den Sitzungen des Ma⸗ giſtrates, durch ſeine Rathſchläge und tauſend andere Machinationen den Fall Straßburgs und die Ueber⸗ lieferung dieſer wichtigen deutſchen Reichsſtadt und Reichsfeſtung an Frankreich herbei zu führen, wiſſen wir bereits. Außerdem war ihm ja von Louvois für den Fall der Uebergabe ſeiner Vaterſtadt die Stelle als Syndicus und Director der Staatskanzelei in Straßburg zugeſagt. Dies war Günzers Verfahren, dem Staate und

der Vaterſtadt gegenüber;. wie aber benahm er ſich nun gegen ſeinen Wohlthäter und deſſen Familie?

Es iſt traurig, Blicke in Herzen werfen zu müſ⸗ ſen, in welchen Nacht und Verdorbenheit ihren Thron aufgeſchlagen.. und doch!... gibt es denn in