Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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wärmer und inniger und überzeugender, daß es dem Alten wirklich an's Herz ging.

Aber Du! Du! rief jetzt der Syndicus ſeiner Gattin zubiſt Du denn gar nicht über⸗ raſcht?

Nein, Väterchen! entgegnete Frau Hedwig, und drückte einen Kuß auf des Gatten Stirne. Alma hat mir vor wenigen Tagen unter Thränen ihre Liebe geſtanden. Ich wartete nur auf einen paſ⸗ ſenden Augenblick, Dir das Geheimniß ihres kleinen Herzens mitzutheilen; aber es wollte ſich nicht machen, bis uns heute ein glückliches Geſchick ſo unerwartet zuſammenführt, daß ich Gottes Hand darin erkennen mußte. Darum iſt meine Bitte: gieb ſie ein⸗ ander!

Ja, ja! riefen jetzt Hugo und Alma freu⸗ digdas iſt auch unſere Bitte:Gieb uns einander, Väterchen!

Und meine Bitte iſt's auch, Herr Syndicus! rief jetzt Meiſter Wenck mit köſtlichem Pathos: Gebt ſie einander: wer weiß wozu's gut iſt!

Alle mußten herzlich lachen. Syndicus Frantz aber fuhr ſich mit der Hand hinter die Ohren:

Alſo Eure vier Bitten zu einer verſchmolzen? rief er, und ſein väterlich liebevoller Blick ge⸗ währte, was der Mund noch nicht ausgeſprochen.