Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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Retter der Stadt und auf dieFamilie Frantz . ſiel ihm die Nachdenklichkeit ſeiner Frau auf.

Traulich beugte er ſich zu der treuen Gattin hin und frug:

Was haſt Du, Alte?

Mutter Hedwig lächelte.Nicht viel! ſagte ſie dann.Es ging mir eben nur ſo ein Gedanken im Kopfe herum.

Und was war das für ein Gedanke? frug der Syndicus glücklich lächelndgewiß ein guter. Haſt Du mir doch ſchon manchen guten Gedanken im Leben eingegeben.

Meinſt Du?

Wahrhaftig! Wir Männer vergeſſen über unſere ſtürmiſch in das Weite eilenden Gedanken gar oft das Naheliegende. Da iſt denn eine gute, vernünf⸗ tige Frau ein rechter Segen; wollen wir auf den Schwingen unſeres Enthuſiasmus in die Unendlich⸗ keit hinauf und hinausfliegen, faßt ſie uns an den Füßen, zieht uns ſanft zurück und ſagt: ſieh, lieber Freund, hier iſt ja noch ſo viel zu thun. Und wir müſſen alsdann ja ſagen und zugeſtehen, daß ſie recht hat. So wird manches Gute in unſerer nächſten Nähe gefördert, was wir, Weltſtürmer, ohne die Frau überſehen hätten. Wohl geben die Gedanken des Mannes jenen der Frau oft Tiefe und groß⸗