Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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Zu viel Ehre! zu viel Ehre! Herr Syndicus! rief der Meiſter, und ſeine kleine, in den Achſeln ſteckende Figur nahm ſich bei den Verbeugungen, die er bei dieſen Worten machte, ſo drollig aus, daß alle Anweſenden lachen mußten.Was ich that, war meine Pflicht. Ich freue mich nur, daß die Sache ſo glücklich ausging und unſer wackerer junger Freund dabei wieder zu Ehren kam. Wer weiß, wo⸗ zu es gut iſt!

Abermals mußten Alle lachen; wozu es gut war, hatte ſich ja theilweiſe ſchon gezeigt. Freilich dachte jedes von den Vieren außer dem Syndicus dabei noch an etwas Anderes.

Jetzt aber ging es an das Mittagsmahl. Es war nicht luxuriöſe, aber trefflich zubereitet und von guten Weinen begleitet. Den Theilnehmern ſchmeckte es köſtlich, und heiterer und glücklicher als die hier Verſammelten es waren, konnten Könige und Kaiſer nicht ſein.

Die jungen Leute ſchwammen in Seligkeit, nur Mutter Hedwig ſchien noch etwas zu drücken.

Der Syndicus merkte es in ſeiner eigenen Freude lange nicht. Erſt nachdem die Mahlzeit geendet und mancher Trinkſpruch ausgebracht worden war:auf Straßburgs Glück und Wohlergehen! auf das ſchöne deutſche Vaterland! aufdie muthigen