Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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artigen Aufſchwung; aber die Gedanken des Weibes geben dafür auch jenen des Mannes gar manchmal Innigkeit und praktiſche Richtung.

Wodurch wir Weiber die ächten Begründerinnen häuslichen Glücks werden! meinte Mutter Hedwig.Und iſt das nicht das Höchſte auf Erden?

Gewiß, gewiß! rief der Syndicus, der heute wieder einmal ſo recht glücklich war, und reichte der Gattin mit Innigkeit die Hand.So leben ſie Eines im Anderen, und kennen keine Furcht, als daß Eines vielleicht länger als das Andere in dieſer Welt zurück⸗ und noch eine Weile allein bleiben muß.

Thränen glänzten hier in den Augen der Gatten.

Sie ſahen es beide, neigten ſich gegen einander und küßten ſich herzlich.

Aber Deine Gedanken! rief jetzt der Syn⸗ dicus heiter.

Je nun! meinte Mutter Hedwig.Beim beſten Herzen darf der Menſch immer etwas egoiſtiſch ſein. Sagt doch ſchon die heilige Schrift: Seid klug wie die Schlangen, und ohne Falſch wie die Tauben.

Nun? rief der Syndicus lachendwas wird da herauskommen.

Eine Bitte.

So ſprich, Mütterchen!