Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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reich und dem mächtigen Fürſten des Halbmondes unterhalten mußte*).

Ungarn und die Türkei wurden alſo im Oſten von Ludwig und Louvvis auf den Kaiſer, auf Oeſter⸗ reich und Deutſchland gehetzt, damit Frankreich im Weſten deſto ungenirter ein Stück nach dem anderen von Deutſchland abreißen könne.

So lange der alte Vezier Ahmed Köprili lebte, ſcheiterten freilich alle Bemühungen Ludwigs XIV., in Ungarn einen offenen Krieg zu erregen, damit er ſeinerſeits mitten im Frieden neue Eroberungen machen könne. Als aber der friedliebende Vezier ge⸗ ſtorben und ſein kriegeriſcher Schwager, Kara Mu⸗ ſtapha, ihm im Amte gefolgt war, ſchloß Ludwig neue Verträge mit den Inſurgenten. Er ſchickte zwei Geſandte an Tököli, der ſich rühmte, daß er achttauſend Mann habe; und dieſe verſprachen demſelben in einem beſonderen Vertrage, ihn durch fünfzehntauſend Siebenbürger, ſo wie durch fünf⸗ tauſend Polen, welche mit franzöſiſchem Gelde ge⸗ worben werden ſollten, zu verſtärken. Zum Glück für den Kaiſer waren jedoch die ungariſchen Magna⸗

*) Siehe Friedrich von Raumers:„Hiſtoriſches Taſchen⸗

buch. Neue Folge V. Jahrgang S. 65— Schloſſer XV. S. 569 u. f.