Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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Die Herzogin horchte auf.

Erzählen Sie weiter! bat ſie dann; aber ihre Hand ließ das Purpurgewand mit den Stei⸗ nen ſinken und ihre Aufmerkſamkeit wandte ſich ſichtlich dem Erzähler zu. Der Herzog fuhr fort:

So wurde denn der ganze Tag in Mummen⸗ ſpiel, in Poſſen, Schwänken und moraliſchen Darſtel⸗ lungen zugebracht, welche letztere der Schöngeiſt jener Zeit, der ſehr gelehrte Claudius Alaudel, angefertigt hatte, der an dieſem Tage von dem Könige in höchſt eigener Perſon viele Complimente nebſt einer guten Belohnung empfing.

Am Abende ſollte alsdann Ball bei Hofe ſein, an welchem die ſchöne Gräfin Elfriede von Saſſe⸗ nages, die mächtige Freundin und Liebſte des Kö⸗ nigs, als Souverainin herrſchte.

Vorher aber war folgendes noch vorgegangen.

Vom Schloßthurm hatte die Glocke ſo eben die neunte Morgen⸗Stunde angekündigt. Ludwig KI. lag bequem auf ſeinem langen Wappenſeſſel, als ſein vertrauter Barbier mit dem verzierten Becken und der ſpaniſchen Seife in das Gemach trat.

Vorwärts, ſpude dich, fuhr ihn der König hart an, denn es verlangt mich, die Ergötzlichkeiten mei⸗ ner Lieben und Getreuen mit anzuſehen.

Der das Scheermeſſer führende Liebling, der