Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Einzelbild herunterladen

nern von Stadt und Land befahlen, ſich zu amüſi⸗ ren! Es war ein Glück, ein Geſchrei, ein Freuden⸗ geheul, das das Himmelsgewölbe faſt erſchüttert hätte. Ohne Zeitverluſt eilte man, jauchzend und lärmend an das Werk. Man brach die Sparbüchſen auf und nahm das Erſparniß eines ganzen Jahres heraus... da nun doch einmal Faſching gekommen war und was unter Ludwig XI. ſelten genug eine Freudenzeit, ſo mußte dieſe auch unter Bacha⸗ nalien, Mummerei und Myſterien gefeiert werden. Reiche und Arme, Adlige und Bauern, Troubadours und Scholaren, alle beeilten ſich um die Wette, den Befehlen des Königs nachzukommen!

Und das geſchah' hier und von dem finſteren Ludwig XKI.? frug die Herzogin erſtaunt.

Ja! entgegnete Saint⸗Aignanund fällt Ihnen dies auf, ſchöne Frau? Haben wir nicht heute hier ein ähnliches Feſt? und iſt es nicht der ernſte, auf ſeine königliche Würde ſo eiferſüchtige Ludwig KIV. der es gibt?

Auf meine Veranlaſſung! ſagte die Her⸗ zoginund der König wird ihm nicht beiwohnen.

Wer kann das wiſſen? meinte Saint⸗Aignan. Vielleicht hat dies Ludwig XI. auch zu der rei⸗ zenden Gräfin von Saſſenages, der Geliebten ſeines Herzens, geſagt.