Alles was Gold, Sammt, Seide oder— bei den weniger reichen Klaſſen— Flittergold, Felbel, Taffet und ſonſtige bunte Stoffe an Närriſchem.. oder auch an Feinheit, Auswahl, Glanz und Reich⸗ thum darbieten konnten, war hier verſchwendet. Bunt und luſtig wogte es durcheinander, ſummend und lachend, quickend und näſelnd!
Ueberall Anreden, Geſchrei, luſtiges Gefrage: Alles drängte, ſtieß, arbeitete ſich durch, kam und verſchwand im bunten Spiele der wogenden Menge.
Aber der König war noch nicht von der Jagd zurückgekehrt und Angeline wollte die Säle nicht betre⸗ ten, bevor ſie nicht ihren königlichen Geliebten begrüßt.
So ſaß ſie,— etwas verſtimmt über das War⸗ ten— gehüllt in die von Goldſtickereien und Edel⸗ ſteinen ſtrotzenden Gewänder einer Juno, in einem jener altmodiſchen aber koſtbaren Seſſeln, wie ſie Loches vielfältig aufzuweiſen hatte und auf welchen vielleicht einſt ſchon Philipp der Schöne geſeſſen.
Ihr Gefolge, den ganzen Olymp darſtellend, be⸗ fand ſich in dem geöffneten Nebenzimmer... nur eine Perſon ſtand, die Geſichtsmaske in der Hand, wenige Schritte von ihrem Fauteuil. Es war der Herzog von Saint⸗Aignan, dem das Coſtüm des Mars ſo reizend ſtand, als Angelinen jenes der Götterkönigin.


