—
rief:„da du Gott verlaſſen, wirſt du un⸗ tergehen in ewiger Nacht!“
Und dieſe unſeligen Gedanken und dieſe unſeligen Phantaſiegebilde kamen Angeline jetzt, auf dem alten unheimlichen Felſenneſte Loches mehr denn je. Wie gerne hätte ſie es verlaſſen; aber der König erfreute ſich ſo ſehr an den herrlichen Jagden der umliegen⸗ den Gegend, daß ſie es nicht wagte, ſo ſchnell auf die Rückkehr nach Verſailles zu dringen, zumal ſie ſelbſt die Urſache geweſen, daß man dieſes verlaſſen.
Aber betäuben mußte ſie weniſtens ihr Gewiſſen, und ſo ſchuf ihre innere Unruhe und Angſt täglich neue Feſte.
Auf heute war ſogar— obgleich die übliche Zeit dazu längſt vorüber war und der Sommer über der Erde lag— ein Mummenſchanz angeſagt worden. Der Gedanke hatte Ludwig XIV. in ſofern gefallen, als er— entfernt von Paris und Ver⸗ ſailles— bei dieſer Gelegenheit einmal alles Cere⸗ moniell für Stunden abwerfen konnte;... vielleicht auch hatte der Monarch noch andere Dinge dabei im Auge. Kurz... er ging bereitwillig auf den desfallſigen Wunſch ſeiner ſchönen Geliebten ein, nur mit der Bedingung: daß auch der umliegende Adel, ja ſelbſt die angeſeheneren Bewohner der Stadt Loches daran Theil nehmen ſollten.


