wenn ihr im Traume oder im Wachen die Bilder ihrer guten Mutter, des alten treuen Lehrers, Pater Hiläre,... oder gar das blutige Geſpenſt Gau⸗ thiers vor die Seele traten.
Und... Gauthiers ſchrecklichen Tod— ſie hatte ihn erſt ſpäter erfahren— konnte ſie nicht vergeſſen, ſo ſehr ſie ſich auch in die Wogen der rauſchendſten Luſt,... ſo ſehr ſie ſich auch in die Arme des Leichtſinns ſtürzte und in dem ſtolzen Gefühle der überſättigtſten Eitelkeit, mit der Liebe eines Königs und der Pracht und der Herrlichkeit einer Fürſtin, betäubte.
Himmel! ſie war ja doch und blieb in gewiſſer Beziehung Gauthiers Mörderin! Ihr Leichtſinn, ihre Untreue, ihr Abirren von dem Wege der Tugend hatte ſein treues reines Herz zur Verzweiflung. ihn ſelbſt in den Tod getrieben!
Freilich rang und kämpfte ſie ſolche Gedanken ſo viel ſie nur konnte, in ſich hinab,.. übertäubte ſie durch Luſt und Zerſtreuung jeder Art;... aber ſie kamen hie und da doch wieder.. und dann ſtieg eine bleiche blutige, in Leichentücher ge⸗ hüllte Geſtalt vor ihrer Seele auf, hinter der ge⸗ wöhnlich jene ihres alten Lehrers ſtand, der, den Finger warnend aufhebend, im Grabeston die Worte


