Teil eines Werkes 
3. Band (1841)
Entstehung
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triegeriſchen Schall der Poſaunen erregter, heftiger Sturm gegen die Stadt, den Sturz Jerichos herbeigeführt haben.

Allein außer dieſen, ſich für uns alſo jetzt auf zwei Arten natürlich erklärenden Ereigniſſen, finden wir noch eine Gattung ſcheinbarer Wunder, welche, obgleich ſie ruhig und hauptſächlich a priori on Vornherein) betrachtet, alle Wunderbarkeit verlieren und uns klarer als alle an⸗ dere erſcheinen, dennoch durch unſinnige und myhſtiſche Auffaſſung der fortſchreitenden Aufklärung mächtig im Wege ſtanden. Es ſind dies die Propheten und deren ausgeſprochene Fernblicke, Prophezeiungen.

Werfen wir einen Blick auf die Geſchichte der ver⸗ ſchiedenſten Völker, ſo gewahren wir bei ſämmtlichen eine ſtufenweiſe, dem animaliſchen Leben analoge Entwick⸗ lung. Sie treten in dem Zuſtande der moraliſchen und politiſchen Unmündigkeit auf, gewinnen im Laufe der Zeit an phyſiſcher und geiſtiger Kraft, werden ſelbſtſtändig, mächtig, reich, übermüthig, gehen ſodann einer durch Ueppigkeit hervorgerufenen Verdorbenheit entgegen und finden durch dieſelbe über Kurz oder Lang ihren Sturz oder gänzlichen Untergang.

So betrübend für den Geſchichtsforſcher nun jene Zeiten einer allgemeinen Verdorbenheit ſind, ſo demüthi⸗ gend der Anblick der gröbſten Verirrungen des menſchlichen Geiſtes ſeyn muß, in eben dem Maße iſt es aber auch erfreulich, alsdann einige lichte Köpfe auftauchen zu ſehen, die um ſo größer erſcheinen müſſen, als rings um ſie Laſter und Verworfenheit ihr zügelloſes Spiel treiben. Gleich lichten Sternen glänzen ſie am finſtern Horizont, Heil oder Unheil verkündend der erſtaunten Welt, der ſie mit donnernder Stimme ihre Verirrungen vorwerfen, ſie zur Beſſerung auffordern und ihr die nothwendig Unheil⸗ bringenden Folgen ihrer ſittlichen Verworfenheit vorhalten.

Auch die Geſchichte des israelitiſchen Volkes hat ſolcher