Teil eines Werkes 
3. Band (1841)
Entstehung
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Naturgeſetze zu Gunſten ſeines auserwählten Volkes über⸗

ſchreitende Wirkung unterſchob; wodurch er die rohen

Gemüther ſeines ungebildeten Volkes zu feſſeln und leicht

zu lenken im Stande war. Vielſeitige Forſchungen und Erfahrungen haben nun

auch uns mit jenen, aus Unwiſſenheit alsWunder aus⸗

geſchrienen Erſcheinungen bekannt gemacht.

Wir wiſſen, daß das rothe Meer zur Zeit der Ebbe an ſeichten Stellen zu durchwaten iſt, während den unvor⸗ ſichtig Zögernden die rückkehrende Fluth, wie einſt Pharaon, verſchlingt. Wir kennendas Man oderManna als den eingetrockneten, klebrigen, ſchleimſüßen und eßbaren Saft gewiſſer Pflanzen(wie z. B. des Hedysarum). Haben uns überzeugt, daß um den Berg Sinai noch heut zu Tage gewitterartige Detonationen Statt finden. Es iſt uns ferner nicht unbekannt, daß die weite Ebene der ara⸗ biſchen Wüſte, von den Strahlen der Sonne gleichſam entzündet, einem wallenden Feuermeere gleicht; daß Stürme Berge von Sand anhäufen und wieder verſetzen u. ſ. w.

Dem wiſſenſchaftlich gebildeten, ruhigen Beobachter wird auf dieſe Weiſe ein großer Theil alt und neu teſta⸗ mentaliſcher Wunder klar; während ein anderer Theil ſich durch Ausfüllung eines, aus allzulakoniſcher Schreibart ausgelaſſenen, Mittelgliedes der Erzählung erklären läßt.

Wenn z. B. Buch Joſua 6, 20., woſelbſt von der Eroberung Jerichos geſprochen wird, geſagt iſt:Da machte das Volk ein Feldgeſchrei und blieſen die Poſaunen. Denn als das Volk den Schall der Poſaunen hörte, machte es ein groß Feldgeſchrei und die Mauern fielen um und das Volk erſtieg die Stadt, ein Jeglicher ſtracks vor ſich. Alſo gewannen ſie die Stadt, ſo iſt dies ſehr glaublich. Nur wird ſchwerlich weder der Schall der Poſaunen, noch das Feldgeſchrei des Volkes allein, ſondern ein, durch den feierlichen Umzug und den