Teil eines Werkes 
3. Band (1841)
Entstehung
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Zerſchlagen der Gebeine getödtet werden, Jeſus aber ſchien den Geiſt ſchon aufgegeben zu haben, ihm wurden alſo, wahrſcheinlich wegen Joſephs ſchneller Dazwiſchenkunft, die Gebeine nicht gebrochen, was ſeinen völligen Tod hätte bewirken müſſen. Auf einen Lanzenſtich floß Blut und Waſſer aus der verwundeten Seite. Selbſt Pilatus wun⸗

derte ſich, als Joſeph ihn bat, ihm den Leichnam zu

überlaſſen, daß Jeſus ſchon verſchieden ſey, denn die Gekreuzigten konnten öfters Tage lang am Leben bleiben.

2) Joſeph und Nikodemus, welche mit einander die Kreuzabnahme vollzogen, hatten ſich mit vielen gewürz⸗ haften, geiſtigen, ſtärkenden und wohlriechenden Gegen⸗ ſtänden verſehen, ſey es nun, daß ſie ihrem verehrten Lehrer und Freunde damit blos die letzte Ehrerbietung erweiſen wollten, oder weil ſie vielleicht glaubten, wenn etwa noch Leben vorhanden wäre, ſo könnten die noch ſchlummernden Lebensgeiſter wieder erweckt und geſtärkt werden.

3) Das Grab im Felſen war neu und trocken. Um die Jahreszeit, in welche das Oſterfeſt fiel, war in Palä⸗ ſtina die Aernte im Anzug. Die Luft war alſo auch bei der Nacht erwärmt, was rückſichtlich der Wirkſamkeit der angewandten Spezereien von erfreulicher Folge ſeyn mußte.

4) Aus einer Stelle bei Johannes(19, 47 a2.) iſt zu ſchließen, daß der Leichnam Jeſu nur einſtweilen in das benannte Grab gelegt worden ſey. Höchſt wahrſcheinlich hatten Joſeph und Nikodemus von Pilatus die Erlaubniß erhalten, den Leichnam anderwärts beerdigen zu dürfen. In dieſer Abſicht mögen ſie ſchon am Sonntag in aller Frühe, und ehe noch Maria Magdalena das Grab erreicht hatte, vielleicht ſchon in der mondhellen Nacht, weil Oſtern immer zur Zeit des Vollmondes gefeiert wurde, dahin gekommen ſeyn. Sie ſchaffen, auf Pilatus mächtiges Wort