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Zu ihm geſellte ſich Nikodemus, der nämliche, welcher einſt bei Nacht zu Jeſu gekommen war, und brachte Myrrhen und Alve unter einander gemiſcht, wohl hundert Pfund. Man kann wohl annehmen, daß dieſe frommen Männer, die ſich um den Neid der Jüdiſchen Prieſterſchaft nun nicht mehr bekümmerten, da die Befehle des Pilatus ſie ſicher ſtellten, bei dieſem Geſchäfte der Liebe und der letzten Verehrung mit der zarteſten Vorſicht zu Werke ge⸗ gangen ſeyn werden. Mit Spezerei, das heißt, mit wohl⸗ riechenden, geiſtigen Salben, womit ſie wahrſcheinlich die Wunden ausgewaſchen, und den vom Blute gereinigten Leichnam beſtrichen und einbalſamirt haben mögen, wickel⸗ ten ſie denſelben in Leinwand, und legten ihn in das in der Nähe befindliche Grab.— Dieſes Grab war nicht wie unſere Gräber, eine Vertiefung in der Erde, ſondern, was wir aus den Nachrichten der andern Evangeliſten wiſſen, in einen Fel⸗ ſen eingehauen; es glich einer gewölbten und geräu⸗ migen Felſen⸗Niſche, oder kleinen Höhle, vor deren Ein⸗ gangs⸗Oeffnung ein großer Stein hingeſtellt war, den die Juden aus argwöhniſcher Vorſicht verfiegelten.
Das Begräbniß hatte am Freitag Abend ſtattgefunden. Tags hernach, am Sabbat, war zugleich das Oſterfeſt. Die Grabhöhle konnte alſo an dieſem Tage erſt gegen Abend beſucht werden, und nach Matthäus(28, 1.) und Marcus(16, 1.) hatten Maria Magdalena, Maria Jakobi und Salome ſchon am Abend des Sabbats, etwa 24 Stun⸗ den nach der Grablegung, den Grabgarten beſucht. Am darauf folgenden Sonntag, Morgens frühe ſchon, da es noch dunkel war, kam Maria Magdalena zum Grabe. Dieſes ſtand, was ſie ſchon in der Ferne wahrgenommen, offen; der Stein am Eingang war weggerückt. Sie ging zurück und begegnete dem Petrus und Johannes, welche


