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machte Ihre Grundſätze wurden bei den Jüdiſchen Königen und Fürſten die Hofreligion, wo ſie freilich nicht in ihrer ganzen Strenge ausgeübt wurde.
c) Die Eſſäer.
Dieſe gewöhnlich weniger bekannte Sekte der Juden, deren Namen am richtigſten von dem Hebräiſchen„Eſſa, ſich vollkommen beſſern“ abgeleitet wird, war in Syrien und Paläſtina, in Aegypten und Kleinaſien weit verbreitet. Die Zeit und Art ihrer Entſtehung iſt unbe⸗ kannt; Einige leiten ſie ſogar von den aus dem Moſaiſchen Geſetze bekannten Naſiräern ab, mit welchen ſie allerdings eine entfernte Aehnlichkeit hatten.
Im Ganzen hatten ſie einen religiöſen Sinn und ein reine Handlungsweiſe, wenn ſie ſchon nicht ganz frei von Schwärmerei waren. Ihre Geſellſchaft glich einem Orden, in welchen man mit gewiſſen Feierlichkeiten aufgenommen wurde, hauptſächlich Männer, jedoch, unter gewiſſen Be⸗ dingungen, auch Frauen. Ihre Hauptlehren waren, die Einheit Gottes, die Unſterblichkeit der Seele und die Ver⸗ geltung nach dem Tode. Sie erkannten Moſen für einen göttlichen Geſandten, nahmen ſeine Schriften an, verwarfen aber die phariſäiſche und ſadducäiſche Deutungsweiſe und achteten mehr auf den Geiſt, als auf den Buchſtaben des Geſetzes. Auf Tempeldienſt und Opfern hielten ſie nicht viel; deßhalb reisten ſie nicht nach Jeruſalem, ſondern ſchickten nur Geſchenke an den Tempel und gaben, ohne ſelbſt zu opfern, den Prieſtern das Geſetzliche. Den Sab⸗ bath feierten ſie ſehr ſtrenge. Ausgezeichnet war ihr Glaube an die Vorſehung Gottes, der auf rein vernünftige Gründe gebaut war, und ihre Vorſtellung von der menſchlichen Freiheit, die ſie vollkommen richtig anſahen. Sie nahmen einen Läuterungszuſtand nach dem Tode an, welcher ſich auf ihre Lehre von der Fortdauer der menſchlichen Seele gründete.


